Stolz wie Oskar

Freitag, 29. Januar 2010

Für das Fach Fotografie mussten wir als Prüfungsersatz (haben tatsächlich nur eine Klausur schreiben müssen dieses Semester. In den restlichen sieben Fächern aber dann eben Fotos, Zeichenmappen und Hefte/Broschüren/Bücher abgeben) fünf Fotos mit je einem vorgegebenen Gestaltungsmerkmal, das im Vordergrund stehen sollte (Selektive Schärfe, Formenkontraste, Licht/Wetter, Figur-Grund-Beziehungen, Perspektive/Proportionen) und zu einem Thema, das man aus einer Liste wählen konnte. Alle Themen aber sollten unter der Überschrift “Ich zeige dir München” angegangen werden.  Man sollte es sich so vorstellen, dass man einen Gast hat, der noch nie in München war, und dem man nun die Schmankerl der Stadt präsentiert, es zeigt, wie schön es ist, etc…

Das Thema, über das wir nicht in Begeisterungstürme ausbrachen, da die Vorgabe am Tag der Eignungsprüfung schon eine ähnliche war (“München – Atmosphäre einer Großstadt”), bietet ja an sich viele Motive, weil es so weitgefächert ist. Im Unterscheid zur Eignungsprüfung sollten die Bilder diesmal natürlich ein anderes Niveau haben, und durften keine negativen Aspekte der Stadt zeigen. Also fiel der Penner von nebenan, oder auch der Sexshop und die Großbaustelle, wie ich es bei der Bewerbung fotografierte, flach.
Pünktlich nach Stellung der Aufgabe verabschiedete sich auch das schöne Wetter auf längere Zeit in den Winterurlaub, und mit der Sonne sinkt dann auch die Motivation durch die Stadt zu latschen und Bilder zu machen. Trotzdem lernt man durch solche Geschichten München besser kennen, und so fand ich zum Beispiel gleichmal raus, dass unsre Fakultät keine zehn Geh-Minuten vom Olympiapark entfernt ist.

Der Professor hatte sich das furchtbar kreative Thema nicht speziell für uns ausgedacht; vielmehr war es ein Projekt des dritten Semesters, die das ganze nicht nur zum Spaß an der Freude machten, sondern für eine Broschüre eines Münchner Institutes. Zielgruppe: Wissenschaftler und Forscher.
Und wo wir schonmal deren Aufgabenstellung geklaut hatten, konnten wir ja auch gleich mitmachen. Wer bis Mitte Dezember schon Bilder anzubieten hatte, durfte die (maximal fünf Fotos pro Student) in des Professors Sammelordner packen. Name und E-Mail-Adresse dazu und ab dafür. Drei Bilder habe ich beigesteuert, und viele andere, die meisten eigentlich, gingen mit fünf Fotos in’s Rennen.

In den Weihnachtsferien bekam ich dann eine Mail von meinem Professor.

“Hallo Astrid,
.... Gratulation für Ihren Erfolg mit Ihrem Bild beim Rachel Carson Center.”

Das war verwirrend.
Von einem Erfolg wusste ich nämlich noch nichts. Kommt vom E-Mails nicht in chronologischer Reihenfolge lesen. Hätte ich sie der Reihe gelesen, dann hätte ich auch schon gewusst, dass eins meiner drei Bilder ausgewählt wurde für eine Einladungskarte, bzw. ein Poster.
Rachel Carson Center, das ist das Institut, um dessen Broschüre es ging. Nun bin ich zwar nicht in dieser gelandet, aber eben auf diesem Poster hier:

RCClc_01-02_2010 
Habe jeweils ein Exemplar zugeschickt bekommen, und tatsächlich, es steht mein Name drauf. Toll.
Übrigens war ich anscheinend die einzige, von der ein Bild ausgewählt wurde aus unserer Gruppe;
deswegen bin ich stolz wie Oskar.

P.S.: Achja, irgendwo auf deren Internetseite sind auch ein paar winzige Bilder von uns Fotodesignern versteckt, die aber so stark beschnitten sind, dass der eigentliche Bildinhalt auch manchmal verschwunden ist.

2 Kommentare

  1. markus Says:

    Cool!

  2. naDine Says:

    Gratuliere!

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